10.05.2019 – Bei der MOTORWORLD Classics Bodensee ist auch das Solitude Revival mit einem Stand vertreten (Halle B1). Vom 10.-12.05.2019 kommen Fans klassischer Rennfahrzeuge ebenso auf ihre Kosten wie die Freunde klassischer Flugzeuge, Boote, Motorräder und Traktoren. 

Auch in diesem Jahr könnt Ihr wieder hautnah Rennwagen aller Epochen erleben.
Ob Bugatti Typ 35 oder Porsche 917: Auf der Solitude sind sie alle da.

Jeder unserer Helfer bekommt das Original Solitude Shirt und pro Tag 20 €.
Am Abend wird gemeinsam im Fahrerlager gegrillt, sicher für alle ein unvergessliches Erlebnis.

Anmelden könnt Ihr Euch unter folgendem Link: Helfer Anmeldung

06.05.2019 – Beim Solitude Revival im Juli mit dabei: Die Moto Guzzi Bialbero 350 GT. Einzylinder. Zwei oben liegende Nockenwellen. Oder wie der Italiener zu sagen pflegt: Bialbero.

Eines der erfolgreichsten Motorräder des italienischen Herstellers. Gewann von 1953 bis 1957 sage und schreibe fünfmal die Weltmeisterschaft.

Und siegte auch auf der Solitude: 1955 mit Ken Kavanagh, der mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 142,3 km/h die beiden DKW von August Hobl und Siggi Wünsche hinter sich ließ.

Oder 1956 mit Bill Lomas, der mit einem Schnitt von 146,2 km/h als Erster ins Ziel kam. Zweiter wieder August Hobl auf DKW, Dritter war Dickie Dale, ebenfalls auf Guzzi.

Die Bialbero kann sich also sehen lassen. Und lässt sich sehen: Am 20. und 21. Juli 2019 beim Solitude Revival. Oder wie der Italiener zu sagen pflegt: Ci vediamo!

Ein Stück Solitude-Geschichte zum „Greifen nah“ beim Revival 2019

Der 718 Formel 2 kommt als erster von Porsche konstruierter und gebauter Monoposto mit freistehenden Rädern zum Renneinsatz. Gegen die starke Konkurrenz von Cooper, Ferrari und Lotus gewinnt Porsche 1960 auf Anhieb die inoffizielle Formel 2-Weltmeisterschaft – die „Coupe des Constructeurs“.

Beim Design des Einsitzers greift Porsche auf das bewährte Fahrwerk des 718/2 RSK Spyder mit Einzelradaufhängung und Drehstabfederung vorn sowie Schraubenfedern hinten und Zweikreis-Trommelbremsen zurück. Die Karosserie aus Aluminiumblech wird von Hand über einer Holzschablone getrieben. Für die Motorisierung wählt Porsche den durch unzählige Rennsiege ausgezeichneten Viernockenwellen Carrera-Motor. Die Fahrer schalten ein im Haus entwickeltes, synchronisiertes Sechsganggetriebe.

Unvergessen das Solitude-Rennen von 1960: Graf Berghe von Trips gewinnnt im Ferrari, mit hauchdünnem Vorsprung vor Hans Herrmann, Joakim Bonnier, Graham Hill und Dan Gurney, alle im Porsche 718.

03.04.2019 – Das Bankhaus Ellwanger & Geiger hatte ins Classic Car Refugium in Filderstadt geladen, und der Solitude Revival e.V. schickte die anwesenden Gäste auf eine Zeitreise in die Geschichte des Motorsports.

Siegfried Schlüter – Diplom-Ingenieur, Rennhistoriker und langjähriger, passionierter Streckensprecher – entführte in ein wahres Klanggewitter durch 70 Jahre Motorsporthistorie. Anekdotenreich vermittelte er anhand der Exponate, wie sich unterschiedliche Antriebstechnologien im Wandel der Zeit veränderten. Zeitzeugen wie Joachim Winkelhock, Klaus Trella und Eberhard Mahle lieferten spannende Einblicke in einzelne Entwicklungsschritte der Rennsportgeschichte.

Der Solitude Revival e.V. bedankt sich bei allen, die diesen Abend ermöglicht haben.

29.03.2019 – Es war der 26. August 1951. Ich war damals noch nicht geboren. Mein Onkel war einige Tage zuvor zur Welt gekommen. Nun sollte er getauft werden. Sein Onkel, also mein Großonkel, kam nicht nur Taufe. Ihm war etwas anderes wichtiger: Er ging an diesem Sonntag zur Solitude. Das sorgte für einigen Ärger und hohen Blutdruck innerhalb der Familie.

Am Solitude-Rennen, das 1951 erstmals nach dem Krieg wieder international ausgeschrieben war, nahmen Fahrer aus 13 Nationen teil. Motorräder mit 125, 250, 350 und 500 Kubik, zusätzlich die Gespanne mit 500 und 750 Kubik. Unter den Fahrern auch Geoff Duke auf Norton Manx, der sowohl bei den 350ern als auch bei den 500ern am Start war. Zwei Rennen an einem Tag, beide über zwölf Runden, also jeweils 138 Kilometer.

Mit der 350er hatte The Duke, wie sie ihn nannten, bereits souverän gewonnen. Vor Johnny Lockett und Jack Brett, ebenfalls auf Norton Manx und wie Duke ebenfalls beide aus England. Der Abstand zum Zweitplatzierten Lockett betrug mehr als 38 Sekunden.

Dann die 500er Maschinen: Neben Duke auch Lockett und Brett ein weiteres Mal am Start. Nun aber auch der Australier Ken Kavanagh, ebenfalls auf einer Norton Manx. Kavanagh fuhr mit 138,5 km/h die schnellste Runde des Rennens. Reichte ihm aber nicht: Sieger wurde wiederum Duke. Vor Kavanagh, Brett und Lockett. Also nicht nur drei, sondern sogar vier Norton Manx auf den ersten Plätzen.

Duke mit einem Vorsprung vor Kavanagh von vergleichsweise wenigen 6,2 Sekunden. Auch hier also hoher Blutdruck: Bei den Fahrern. Und nicht zuletzt bei den Zuschauern. Mein Großonkel hat Duke an diesem Tag fahren sehen. Ich bin mir sicher, es hat sich gelohnt. Und ich bin mir sicher, mein Onkel und der Rest der Familie haben ihm verziehen. Geoff Duke wäre heute 96 Jahre alt geworden. Er verstarb am 1. Mai 2013.

15.03.2019 – Zugegeben: Es war nicht ihr erstes Rennen auf der Solitude. Bereits 1951 waren Wilhelm Noll und Fritz Cron mit dabei. Wurden auf ihrem BMW-Gespann Zweite hinter Wiggerl Kraus und Bernhard Huser. 1952 wurden sie nur Sechste. Hätte besser laufen können.

Dann aber, am 25. Juli 1954, siegten die beiden Freunde aus Kirchhain beim Großen Preis von Deutschland. Vor nicht weniger als 450.000 Zuschauern, die an diesem Tag zur Solitude gekommen waren. Und gewannen in diesem Jahr, als erste Deutsche überhaupt, die Weltmeisterschaft der Motorräder mit Seitenwagen.

1956 folgte ein weiterer Sieg auf der Solitude. Und der zweite Weltmeisterschaftstitel, nach dem die beiden dann ihre Karriere im Motorsport beendeten. Wilhelm Noll wäre heute 93 Jahre alt geworden. Er verstarb am 18. Januar 2017. Fritz Cron verstarb kurz darauf, am 29. April 2017, im Alter von 92 Jahren.

12.03.2019 – 1929 war er noch Schmiermaxe bei Alois Sitzberger. Gemeinsam gewannen sie auf einem BMW-Gespann das Rennen „Rund um die Solitude“. Drei Runden auf dem damals noch längeren Rundkurs mit 22,3 km, der oben am Schloss vorbeiführte.

Später hat Wiggerl Kraus bewiesen, dass er auch Motorräder ohne Seitenwagen beherrscht: 1936 wurde er Werksfahrer bei BMW und 1939 dann Deutscher Meister in der Halbliterklasse. 1948 und 1949 wurde er zweimal Vizemeister hinter Schorsch Maier.

Aber zurück zu den Gespannen: Mit Bernhard Huser im Seitenwagen wurde Kraus 1950 Deutscher Seitenwagenmeister auf 1.200 Kubik. Und beim Internationalen Solitude-Rennen 1951, dann wieder auf 500 Kubik, gewannen Kraus und Huser vor Noll und Cron, die ebenfalls auf BMW unterwegs waren.

Acht Runden auf dem mittlerweile 11,5 km langen Rundkurs, der unten durchs Mahdental ging. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 113 km/h und kapp zwei Minuten Vorsprung vor Noll und Cron. Kraus und Huser wurden auch in diesem Jahr Deutscher Meister, 1953 dann ein drittes Mal.

Heute hätte Ludwig Kraus Geburtstag. Er verstarb 1987 im Alter von 80 Jahren.

Foto: Kraus und Huser beim Internationalen Solitude-Rennen 1951 (BMW Group Archiv)

08.03.2019 – Auf der Solitude war Bill Lomas bereits 1952 am Start. Damals noch mit A.J.S. 1956 war er wieder mit dabei. Dann mit Moto Guzzi. Und vor rund 300.000 Zuschauern, die an diesem Tag zur Solitude gekommen waren.

1954 war der Brite noch Vizeweltmeister auf 250 Kubik. Ein Jahr später dann Weltmeister auf 350 Kubik. Mit 32 Punkten in der WM-Wertung. Und damit 14 Punkte vor seinem Landsmann Dickie Dale, der ebenfalls auf Moto Guzzi unterwegs war.

Nun, am 22. Juli 1956, startete Lomas wieder auf der Solitude. Gewann mit seiner 350er Moto Guzzi das Rennen. Vor Gustl Hobl auf DKW und Dickie Dale auf Moto Guzzi. Lomas fuhr mit 149 km/h außerdem die schnellste Runde. Und wurde auch in diesem Jahr Weltmeister.

Bill Lomas nahm an diesem Tag auch am Rennen der Halbliterklasse teil. Fuhr auf seiner Moto Guzzi V8 um den Sieg gegen Geoff Duke auf Gilera und Walter Zeller auf BMW. Alle drei fielen aus, das Rennen gewann der Ire Reg Armstrong auf Gilera.

Nach einem Unfall 1957 in Imola musste Bill Lomas bereits im Alter von 29 Jahren mit dem Rennsport aufhören. Heute wäre er 91 Jahre alt geworden. Er verstarb 2007 im Alter von 79 Jahren.

Foto: Start der 350er beim Großen Preis von Deutschland auf der Solitude (1956)


04.03.2019 – Auf der Solitude war er bereits 1960 zum ersten Mal angetreten. Und gewann in der Formel Junior auf einem Lotus 18 den Großen Preis von Stuttgart. 

Jim Clark war hier also kein Unbekannter, zumal er im Jahr 1963 beim Formel 1 Rennen, wiederum auf Lotus, den sagenhaften und nach wie vor gültigen Streckenrekord von 179,4 km/h aufstellen konnte. Und: Weil Jim Clark in diesem Jahr erstmals Weltmeister wurde.

1964 war er wieder mit dabei. Zehn Sekunden schneller als John Surtees, gewann er den Großen Preis der Solitude auf einem Lotus 33. Weltmeister wurde dieses Mal Surtees, Jim Clark dann wieder im Jahr 1965. 

Jim Clark verstarb am 7. April 1968 bei einem Unfall auf dem Hockenheimring. Vermutlich aufgrund eines Reifenschadens kam er auf gerader Strecke von der Fahrbahn ab und wurde gegen einen Baum geschleudert. Jim Clark wäre heute 83 Jahre alt geworden.

Foto oben: Großer Preis der Solitude (1964) – Clark und Hill, dahinter Surtees
Foto unten: Jim Clark auf der Solitude (1963)