DIE SOLITUDE-RENNEN 1903-1965 this site in english
TRADITION
Der Solitude Revival e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die über hundertjährige Tradition der Renn- und Rallyeveranstaltungen, die unter dem Namen Solitude weltweit bekannt wurden, historisch aufzu- arbeiten und in zeitgemäßer Form als Classic Racing Festival oder als Rallye mit Oldtimer-Renn- und Rallyefahrzeugen fortzuführen.
Rennstrecken
Rennergebnisse
drivers auto Rennfahrer Auto
riders moto Rennfahrer Moto
SOLITUDE
HISTORIE
Die Tradition der legendären Solitude-Rennen begann bereits im Jahr 1903 mit einem Bergsprint für Motorräder vom Stuttgarter Westbahnhof hinauf zum Schloss Solitude. Ein paar Jahre später wurde der Start zum Schützenhaus im Vorort Heslach verlegt. Bis 1924 wurde dann auf dieser Strecke all- jährlich ein Bergrennen ausgetragen, ab 1922 auch mit Sport- und Rennwagen. Mercedes schickte
1923 erstes BMW - Rennmotorrad
 
von Beginn an alljährlich seine besten Rennwa- gen und Fahrer zur Solitude und bei BMW wählte man das bereits renommierte Rennen für den Ersteinsatz der neuen Rennmotorräder. 1925 gab es erstmals ein Rennen 'Rund um die Solitude' über zirka 22 km Rundenlänge. Der Rundkurs galt als sehr anspruchsvoll und wurde mit der be- rühmten Targa Florio in Sizilien verglichen. Nun kamen auch immer mehr ausländische Fabrikate und Fahrer, so dass die Veranstaltung bald zu den besten Europas gehörte. Von Jahr zu Jahr stieg die Zuschauerzahl an und die Renntage gerieten mitunter zu wahren Volksfesten. Nach 1927 durfte die Strecke aus Sicherheitsgründen nicht mehr von Automobilen befahren werden
und bis 1937 fanden nur noch Motorradrennen statt. 1931 wurde die Streckenlänge auf 19 km ver- kürzt und 1935 ein neuer 11 km langer Rundkurs abseits von Schloss Solitude durch das Mahdental gefunden, der später der klassische Solitude-Ring der Nachkriegszeit werden sollte.
1925 Start der Mercedes Grand Prix - Rennwagen
Das erste Nachkriegsrennen gab es 1949. Automobile waren nun auch wieder zugelassen und so begann ein neues Kapitel der Solitude-Renntradition, das glanzvoller denn je werden sollte. Der ADAC als Ausrichter des deutschen Motorrad Grand Prix baute die Solitude kontinuierlich aus und ab 1952 bekam sie den Großen Preis von Deutschland. Unglaubliche Zuschauerzahlen von bis nahezu einer halben Million bevölkerten die Renntage der fünfziger Jahre. Zu dieser Zeit erklomm NSU den Gipfel des Motorradrennsports und holte mit Werner Haas, Rupert Hollaus und H.P. Müller insgesamt fünf Weltmeistertitel. Ab 1954 begann außerdem die Dominanz von BMW bei den Gespannrennen.
1954 Werner Haas und Rupert Hollaus auf NSU Rennmax am Glemseck
Ab 1954 bekam der Motorsport auf der Solitude mit der Rallye Solitude noch eine weitere Komponen- te. Auf und rund um den Solitude-Ring wurde eine sportliche Prüfungsfahrt für Automobile ausgetra- gen, die bald fast ebenso populär war wie die Rennveranstaltung. Ab 1961 wurde die Rallye mit der französischen Lyon-Charbonnières kombiniert und damit zu einer europäischen Topveranstaltung. 1967 zählte sie zur Europameisterschaft und bekam mehrmals das Prädikat Deutschland-Rallye.
1955 Rallye Solitude 1964 Rallye Solitude-Charbonnières
Formel-Rennwagen wurden zu Anfang der sechziger Jahre immer mehr zur Attraktion. Bei Porsche baute man zunächst Formel 2 - Rennwagen mit 1,5-Liter-Motoren. Rennidol Hans Herrmann fuhr einen 1960 auf der Solitude und wurde nur knapp von Graf Trips auf Ferrari geschlagen. 1961 kam erstmals die Formel 1 auf die Solitude, mit allen Stars und auch ein Porsche Werksteam war dabei. Im Jahr darauf kam Porsche mit einem neuen Achtzylinder und es gab einen Solitude-Doppelsieg mit Dan Gurney und Joakim Bonnier.
1962 Porsche Formel 1 - Rennwagen im Fahrerlager
1962 Start der Rennmotorräder bis 250 ccm
Das Solitude-Rennen 1964 gilt als eine der besten Motorsportveranstaltungen aller Zeiten. Mit Motor- radweltmeisterschaftsläufen in allen sechs Klassen und einem Formel 1 Grand Prix in Bestbesetzung bot dieser Renntag eine noch nie gekannte Qualität. Superstars vom Schlage Surtees, Clark, Brab- ham, Graham Hill, Hailwood, Redman, Read und Agostini gaben sich ein Stelldichein. Die Rekorde pur- zelten nur so bei den Motorrädern und bei den Rennwagen kam es zu einer kuriosen Regen-Hitze- schlacht.
1964 Giacomo Agostini - Morini 250 1964 Mike Hailwood - MV Agusta 500
1964 Formel 1: die Weltmeister Jim Clark - John Surtees - Graham Hill - Jack Brabham
Im Jahr 1965 sollte die letzte Veranstaltung auf der Solitude stattfinden. Mit Motorradläufen, Sport- wagen und Formel 2 verabschiedete sich der internationale Motorsport aus dem Stuttgarter Wildpark.
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